Im Gegensatz zu den kürzeren Strecken in Kiel bot sich für mich an diesem Wochenende ein 29,1-KM-lauf in Dänemark an. Der sogenannte Power-Trail rund um Broager passte gut in meinen Trainingsplan für den Marathon in Lyon.

Ganze 28 Starter fanden sich um 10.00 Uhr zum Start ein. Schnell wurde klar, dass ich das Tempo der Läufer nicht mitgehen konnte. Nur einer hatte wohl Mitleid und lief immer in Sichtweite vor mir her. Schnell wurde klar,dass es sich um den Besenwagen nur ohne Besen und Wagen handelte. Erik und ich liefen ab da dann bei immer strahlender werdendem Wetter nebeneinander.

Es sollte ein entspannter, langsamer Lauf werden, es kam ganz anders. Die ersten Kilometer liefen super schnell (unter 5:30) und ich freute mich über meine schnellen Beine. Erik und ich tauschten uns über die verschiedenen Marathonstrecken aus und schnell waren 10 km rum.

Ich freute mich schon auf den angekündigten Strandabschnitt und wurde bei km 14 mit dem Trail bekannt gemacht. Über große und kleine Steine musste man sehr vorsichtig laufen. Aber auch Sandstrecken erforderten viel Kraft. Die 3-Stunden-Marke rutschte in weite Ferne. Aber nach ca.2 km war der Spuk vorbei und die Zuversicht wieder da.

Erik und ich wissen nun bereits wo wir Arbeiten, den Familienstand und auch Einzelheiten über den Nachwuchs. Apfelbäume und Mirabellenbäume luden zum kleinen Snack ein. Auch wartete alle 5-6 km ein Wasserstand mit Banane und Limonade. Inzwischen hatten wir auch den Krieg von 1864 zwischen Preußen und Dänemark vollständig nacherzählt.

Dann sollte sich der Trail aber endgültig zum Powertrail entwickeln. Der folgende Strandabschnitt wurde selbst von Spaziergängern gemieden. Abschnitte mit tiefem Sand, angeschwemmten Seegras, feinen Steinen und großen Steinen wechselten sich ab.

Erik amüsierte sich derweil damit, das man in in Deutschland um den Block läuft und damit alte Menschen meint, die sich auf Stöcken stützend ein paar Meter auf der Straße bewegen. Viel Spaß hatte er auch damit, dass Kleinkinder in Deutschland das Laufen gelernt haben, obwohl sie nur stolpern, krabbeln und jederzeit kurz vorm stürzen sind. Wobei er mich beim „Laufen“ beobachtete!

Die sich anschließende Steilküste war dann abwechselnd von oben und von unten zu betrachten.

Das zog sich jetzt bis bei km 25 die Treppe kam. Natürlich wird man hier auf die Knie gezwungen (mir kommt der Kniefall von Willi Brandt ins Gedächtnis), ich überlege, was ich mit dem Gang nach Canossa zu tun habe oder woher der Begriff zu Kreuze kriechen überhaupt herkommt. Oben angekommen geht es wenigstens auf Asphalt weiter das östliche Hügelland steil bergan (jetzt weiß ich auch warum ich am Anfang so schnell war). Man kann wenigstens wieder im Rhytmus traben. Mir fallen alle Strophen vom Lied „Dänen lügen nicht“ ein – danke Otto Waalkes.

Jetzt kommen auch ein paar Halbmarathonläufer in Sicht, die später gestartet sind ins Blickfeld. Ich kenne Erik jetzt wie einen guten alten Freund und er weicht nicht mehr von meiner Seite bis wir nach 3:10:49 zusammen die Ziellinie überlaufen.

 

Ich bin begeistert von der schönen Strecke, der Organisation und vom ganzen Erlebnis und 2019 auf jeden Fall wieder dabei. Danke Erik und BUI-motion.

Wolfgang Biegemann

STV Sörup

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