Warum tue ich es mir an….. diese Frage habe ich mir während meines ersten Marathons in Münster am 9.9.2018 nicht nur einmal gestellt.

Weil ich es will….weil ich es kann…weil ich etwas machen will was andere im Umfeld für unmöglich halten? Ich denke jeder der sich an die Startlinie für einen Marathon stellt hat seine ganz eigenen und unterschiedlichen Gründe, um es zu tun.

Dieses Jahr war es endlich soweit, ohne Verletzungen durch die Saison, nur gezielte Wettkämpfe und Disziplin bei der Einhaltung vom Trainingsplan sorgten dafür das Sven Mader sich um kurz vor 9 Uhr hinter die Pacemaker 3:15 Std. beim Münstermarathon stellte und nervös auf den Startschuss wartete. Als Betreuerteam, Fanclub und moralische Unterstützung waren meine Freundin Silke und unsere 3 Kinder bereits am Freitag mit angereist, was mir Sicherheit und sehr viel Motivation gab.

Laut Trainingsplan war eine 3:16er Zeit möglich, wichtig war mir aber im vorgegeben Pulsbereich zu bleiben um nicht hinten raus den „Hammer“ begrüßen zu dürfen.

….5…4…3… tief durchatmen….2….1…. PENG…. und unter tosendem Applaus von tausenden Zuschauern ging es durch die Straßen von Münster. Immer den Puls im Auge…bloß nicht irgendwo mit reißen lassen, das beschäftigte mich auf den ersten 3 km, dann nach 4-5 km störten mich persönlich die Gespräche in der Gruppe um die Pacemaker, reden im Wettkampf mag ich halt nicht so und stört mich, darum suchte ich dann die Flucht eher nach vorne.

Pulsbereich passte, alle 6 km mein Flüssiggel, jede Getränkestation mit genommen und von den Kilometerzeiten immer etwas über dem Plan, dies  gab mir Sicherheit und Gleichmäßigkeit bei meinem Vorhaben.

Und so erreichte ich die Hälfte bei Kilometer 21 nach 1:35 mit dem Wunschgedanken wow… Hälfte haste, leider war der Gedanke aber puh… noch mal das Gleiche an Stecke, vom Kopf her zog mich das so 2-3 Kilometer etwas runter, die Pace und den Puls hatte ich aber noch unter Kontrolle. Dem Läufer vor mir wurde von jemandem ein Gel angereicht mit den Worten „…Du bist auf 3:10er Kurs…“, das hat nicht nur Ihn motiviert sondern mir für meinen Kopf neuen Schwung gegeben.

Bis Kilometer 35 konnte ich mein Tempo gut aufrecht halten, dann merkte ich schon wie die Beine schwer wurden und ich im rechten Bein auch mal ein Zucken spürte, einige Läufer mussten immer wieder stehen bleiben um Ihre Krämpfe zu behandeln, das wollte ich unbedingt vermeiden keine Krämpfe bekommen dachte ich. Also nahm dann etwas Druck raus, lag ja noch vor der Planzeit, das gab mir Sicherheit.

Aber so oder so sind die letzten Kilometer immer eine Schinderei von Körper und Geist und ich habe  mich einfach tragen lassen von der großartigen Stimmung der Zuschauer und Läufer in Münster, was die Akteure da alles auf die Beine stellen ist aller erste Sahne und ich kann jedem nur empfehlen dort mal zu laufen.

Mit Betreten des roten Teppich und Einlauf auf dem Prinzipalmarkt in der Altstadt von Münster, begleitet von tollen Zuschauern die alle und jeden bejubelt haben, viel mir dann eine große Last ab es geschafft zu haben.  Das in einem körperlich gutem Zustand und dann noch mit einer tollen Zeit von 3:13:29 meinen ersten Marathon gefinisht zu haben, hat mich bestätigt das mein Trainingsplan aufgegangen ist und für mich genau gepasst hat.

Für mich ist die Erkenntnis, dass so ein Marathon doch ein Stück weit „Raubbau am eigenen Körper ist“ und jeder Sportler mit seinen Ressourcen haushalten sollte, ich persönlich möchte noch lange laufen und werde gelegentlich mal einen Marathon absolvieren und habe mir vorgenommen hier keiner „Sucht“ zu verfallen und lieber mein Focus auf die kürzeren Strecken zu legen.

Alles in allem ein rundum schöne Wochenende beim Münstermarathon 2018!

Sven Mader

STV Sörup

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